Zeit auf afrikanisch !!!

Also, wenn ich heute morgen geschrieben habe: Das Gleiche wie gestern… vergesst es. Jede Begräbnisfeierlichkeit ist wieder anders. Joe hat mich gegen zehn oder so abgeholt, aber NICHT für die Messe in Toma, sondern für die Revision des Motos 😉 Da haben wir dann also gefühlte Stunden gesessen, während der Mechaniker Ölwechsel usw. gemacht hat. Man wartet hier so lange. Danach haben wir noch getankt, Mayonnaise gekauft und dann das Haus vom Katechisten gesucht. Der sollte nämlich die Feierlichkeit ausrichten. Irgendjemand in der Familie seiner Frau war verstorben.

Zum Glück haben wir andere aus Sien getroffen, denn das Haus war nicht sooo einfach zu finden. Alle anderen hatten da wohl auch ihre Schwierigkeiten, denn es wurde später und später, es trudelten immer noch Menschen ein, doch das Essen ließ auf sich warten. Zum Glück hatte Bernard Erdnüsse dabei, die wir zwischendurch knabbern konnten. Dann – mit ein wenig Druck der Männer – gab es Essen, doch leider war es inzwischen auch schon nach drei. Um Vier sollte das Spiel de r Mädels anfangen.

Als wir mit essen fertig waren, war es Viertel nacht Vier. Und niemand machte Anstalten zu gehen. Miste!!! Joe hatte sowieso von seinem Bruder Patrice noch einen Auftrag bekommen, der musste also in Toma bleiben. 😦 Doch ich hatte Glück. Bernard, der neben mir saß, fiel plötzlich ein, dass er vergessen hatte, seine Küken zu füttern. Es stellte sich heraus, dass seine Frau, die auch da war (auf der anderen Stelle), nicht daran gedacht hatte. Er musste also SOFORT nach Hause, um das zu erledigen. Prompt habe ich mich eingeklinkt, Joe informiert und bin mitgefahren. Tolles, großes Moto. Leider blieb es auf der halben Strecke stehen.

Das war Bernard sehr peinlich. Es war angeblich was mit den Zündkerzen. Er hat hin und her gewechselt, doch es klappte nicht. Dann hat er das eine Auto angehalten, das dort vorbeikam. Der Mann kam auch von „unserer“ Begräbnisfeierlichkeit. Seine Frau war die kleine Schwester der Frau des Katechisten oder so ähnlich. Nun wollte er schnell in sein Heimatdorf Saouwa (oder wie auch immer) fahren. Er war bereit mich mitzunehmen. Als ich in Sien ankam, nach einem netten Gespräch, denn der Mann war schon in Berlin gewesen. 😉 – kam Bernard dann auch gerade an. In Ruhe, ohne die „Nasara“ hatte er sein Zündkerzen-Problem rasch lösen können. Er hat mich dann beim Fußballplatz abgesetzt – und, der afrikanischen Pünktlichkeit sei Dank, ich war Viertel nach fünf da und habe noch viel von der zweiten Halbzeit mitbekommen. Eigentlich hätte das Spiel vorbei sein müssen 🙂 Der Direktor der Schule hat mich dann nach Haus gefahren.

Ich schreibe diesen Bericht jetzt schon, da nun morgen wiederum eine Begräbnisfeierlichkeit in Zapala sein soll, die wohl wieder anders und wichtiger ist, denn Joe holt mich schon um SIEBEN Uhr morgens ab. Da kann ich nicht einmal mehr laufen. Zapala ist noch hinter Kera. Der Weg ist total schlecht, da werden abends wieder Speichen gebrochen sein. Dort ist es der Chauffeur von Patrice, der die Feierlichkeit abhalten soll. Viele seiner Angehörigen sind schon vorgestern oder gestern angereist, u. a. eine alte kranke Frau, die prompt auf der Fahrt verstorben ist. Da mussten sie also auch noch eine Beerdigung dazwischenschieben. Nach allgemeiner Meinung hätte sie eben einfach auch nicht reisen dürfen. Naja, mal sehen, wie das dann wird.

Danach beginnt dann schon die letzte Woche mit den üblichen Verabschiedungs-Sachen und Dingen, die noch zu regeln sind…

Ach, in der Aufregung habe ich fast vergessen: die siebte hat gut gespielt. Die Kleinen sind tapfer gelaufen, während die Großen ziemlich kaputt waren. Allerdings hat die Zehnte doch 2:0 gewonnen. Die haben einfach mehr „Krawum“ beim Schießen.

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Begräbnisfeier-Dauerstress

Heute das Gleiche wie gestern, nur diesmal nicht Begräbnisfeierlichkeit in Zouma sondern in Toma. Damit kann man die Menschen ja auch beschäftigen. 😉

Gestern kam Joe übrigens halb elf, wobei der Gottesdienst um zehn anfing. Wir sind gemütlich nach Zouma und haben noch lange genug vor der Kirche gestanden (drinnen war wohl voll und heiß). Also alles okay. Dann bin ich – wie meistens – mit den Männern mitgegangen. Die Frauen sitzen irgendwo anders, und da sie leider in der Regel GAR kein Französisch sprechen, bin ich als „Paradiesvogel“ immer zwischen den Männern. Man grüßte in den verschiedenen Höfen und aß dann bei einem Verwandten. Dann ging man wieder herum und grüßte… und saß wieder bei dem Verwandten und trank Dolo. Dann, so gegen drei, als alle schon fast eingeschlafen waren, war es plötzlich und unerwartet zu Ende.

Wir sind dann noch in Zouma über den Markt, und ich habe ein T-Shirt für den 8.März gekauft. Das ist der Tag der Frauen, und eigentlich kauft man sich Stoff (auf dem das Datum drauf ist und ein Muster) und lässt sich was nähen. Ich mochte aber weder den Stoff leiden, noch habe ich Verwendung für ein weiteres burkinisches Gewand. Da fand ich diese Lösung ganz praktisch. Das T-Shirt hat auch das Datum und ein wenig von dem Muster. Das reicht für mich. 😉

Außerdem gab es an jeder Ecke noch wieder Dolo zu trinken. Das Ende vom Lied war, dass wir uns genötigt sahen, auf dem Markt noch Fleisch zu essen, damit das Dolo eine Grundlage hat. Dann habe ich erneut zugeschlagen und diesmal Kalebassen gekauft. Es scheint der Besuch der Schüsseln zu sein. Meine Koffer werden platzen. Auf dem Rückweg habe ich noch bei Ghislain Brot gekauft, und dort noch einmal mit dem Direktor über das Spiel der Mädchen gestern geredet. Man konnte noch kein Gespräch mit den Mannschaftsführerinnen und dem Schiedsrichter führen: Man den Schiedsrichter nach Hause geschickt hatte, weil er sein Schulgeld nicht bezahlt hatte. 😦

Heute Nachmittag ist nun das Endspiel der Mädchen, die siebte gegen die zehnte. Alle Welt ist „für die Siebte“. Das typische Underdog Ding… Ich gucke es mir auf jeden Fall an.

Dann noch eine Sache in Schwierigkeiten der Selbstverwaltung. Im letzten Jahr hatte ADESI (Selbstverwaltung) beschlossen, zwei Tin (einen halben Sack, glaube ich) Hirse von jeder Familie einzusammeln. Die Ernte war gut gewesen, und man wollte damit einen Fond gründen für die Instandhaltung der Pumpen und Erneuerung des Impfgeheges. Ich habe damals, weil ich ja nun in dem Sow-Viertel wohnte, meinen Beitrag in Geld bezahlt, und da ich es eine gute Sache fand, auch etwas mehr gegeben. Bis heute ist das Einsammeln der Hirse noch nicht erfolgreich gewesen.

Es schleppt sich… Die Zuständigkeiten waren wohl von Anfang an nicht so klar. Ich hatte damals mit Fulgence geredet, dem zweiten Vorsitzenden von ADESI und meine 10 000 CFA dann auch an Guillaume in seinem Beisein überreicht. Das war angeblich der Zuständige. Er hat das Geld dann an Marcelin Ki weitergegeben, der sich damals wohl als „noch zuständiger“ empfand. Nun war heute Sébastienne bei mir und hat mir erzählt, dass ER der Chef des Sow-Viertels sei. Also hätte ich wohl bei ihm bezahlen sollen?!? Aber er wusste von dem Geld, denn Fulgence war ja dabei. Naja, sie werden es schon wiederfinden.

Guillaume behauptet dann auch, dass die Hirse des Sow-Viertels bei ihm sei, doch wie gesagt, nun behauptet Sébastienne, dass er sie habe. Ich hatte – mit Joes Unterstützung – darauf gedrungen, dass, wie es vereinbart worden ist, die Hirse in dem ehemaligen Klassenraum der 11.Klasse bei der Kirche gelagert werden solle. Ich wolle dort – noch vor meiner Abreise – ein Foto machen. Nun kommt allmählich etwas Bewegung in diese Hirse-Sache. In den anderen Vierteln sieht es ähnlich aus. Aber, wenn es denn nützt, will ich gern die Antreiberin sein, damit das Projekt voranschreitet. Inzwischen wird ja schon die Hirse der nächsten Ernte knapp. Das war nicht der Plan. Aber Veränderung will Weile haben, und hier in Afrika ticken die Uhren dann noch einmal langsamer.
Ich weiß nicht, ob dass für Außenstehende klar geworden ist, aber vielleicht wirkt es auf euch genauso durcheinander, wie es auf mich wirkt – und auf die Menschen hier anscheinend auch…

Es ist relativ kühl. Fulgence begrüßte mich heute Morgen im Wintermantel. Das macht sicherlich der Staub, der in der Luft liegt. Der kommt aus der Sahel-Zone/Sahara. Jemand hat mir heute Morgen „neblige Grüße“ aus Deutschland geschickt. Die kann ich zurückgeben. Genauso sieht es hier nun auch aus.
Diesig! Dementsprechend ein wenig frisch. Heute Nacht hatte ich den Ventilator nicht an, ich habe sogar im Morgengrauen nach meinem Bettbezug gegriffen und mich zugedeckt. Das ist die letzten Wochen nicht mehr passiert. Wenn es weiter so frisch bleibt, reise ich zurück nach Deutschland 😉 !!!

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Mädchen-Fußball

Heute ganz schnell, denn gleich kommt Joe und holt mich ab… Ja, zur Messe wegen einer Begräbnisfeierlichkeit. 😉

Es ist diesig draußen. Das kommt allerdings nicht vom Dunst=Feuchtigkeit, sondern vom Staub. Schon in den letzten Tagen war immer mal wieder ganz viel Wind. Da ist dann auch viel Staub in der Luft.

Gestern fand überraschenderweise ein Fußballspiel der Mädchen der weiterführenden Schule statt. Es ging um den dritten und vierten Platz. Leider kam ich erst in der Halbzeit dazu. Dennoch war ich von dem Mut der Mädchen angetan. Denn natürlich haben sie ziemlich „stümperhaft“ gespielt in den Augen der Männer, die nicht müde wurden zu lachen… Das ist echt eine tolle Idee von dem neuen Schulleiter, die Mädchen auch spielen zu lassen. Das gab es wohl noch nie. Ich hatte schon überlegt, ob ich in Anerkennung und zum Ermutigen etwas Geld als Preis spenden solle, da kam leider das Ende des Spiels. 😦

Ein Schüler der zehnten Klasse war Schiedsrichter und hatte – angeblich mit Einverständnis bzw. auf Wunsch der Mannschaftsführerinnen – die Spielzeit der zweiten Halbzeit von 25 Minuten auf 30 Minuten erhöht. Es kam, wie es kommen musste, in dieser Zeit schossen die „Kleinen“ (achte Klasse) das Ausgleichstor gegen die Neunte. Das gab ein Riesen-Bahay, große Aufregung und Gezeter ohne Ende… Da waren die Mädels echt nicht cool. Die Mannschaft der Neunten weigerte sich schlicht und ergreifend, ein Elfmeter-Schießen mitzumachen. Man ging im Streit auseinander. Der Direktor hat dann für heute Morgen ein Treffen mit den beiden Mannschaftsführerinnen und dem Schiedsrichter anberaumt, um die Sache zu klären. Schade!! Blödes Ende!!

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Kleidung aus Baumwolle?!?

Gestern war ein ruhiger Tag!

Ich habe hier zu Hause „rumgetüddelt“. Mittags hat der Schüler mich wieder mal besucht, der dieses Jahr seine mittlere Reife macht. Er wohnt hier auf dem Hof, war letztes Jahr in der neunten der Klassenbeste und steht auch in diesem Jahr nicht schlecht da. Merkwürdigerweise wirkt er immer ein wenig „schwer von Begriff“. Der Stoff fällt ihm nicht so zu. Er muss schon viel arbeiten, aber das, was er mit „Spontan-Intelligenz“ nicht hat, macht er mit Fleiß wett. Er kommt gern einmal und fragt dann viel. Das ist für mich ziemlich interessant, da er zwar in der Schule von vielen Dingen gehört hat, doch außerhalb noch nicht recht „in die große weite Welt“ gekommen ist. Ich glaube, Toma war die größte Stadt, die er gesehen hat.

Dass Chinesen eine andere Augenform haben, konnte er sich gar nicht vorstellen. Dass bei uns die „Geschäfte“ abends um 10 Uhr abends schließen, fand er faszinierend. Hier wäre immer auf. Dabei kennt er gar keine „Geschäfte“ in dem Sinne. Als ich von dem „Supermarkt“ in Toma erzählte, wusste er nicht, was ich meine. Vielleicht war er auch noch gar nicht in Toma??

Als ich ihm erklärte, dass nicht alle Kleidungsstücke aus Baumwolle seien, machte er große Augen. Er hatte gedacht, alles sei aus Baumwolle. Wolle von Schafen kannte er ebenso wenig wie Seide. Mühselige Erklärung mit Schmetterling/Raupe etc. Und, dass seine Sporthose aus Plastik sei, war ihm völlig unverständlich. Plastik würde doch nicht auf Bäumen wachsen. Wie man denn daraus eine Hose machen könne???

Ja, das Leben ist nicht leicht. Nebenbei hat er dann fallenlassen, dass ein Schüler sich in Toma ein Französisch-Wörterbuch gekauft habe für 3000 CFA. So eins würde ihm auch sehr helfen… Ich habe gesagt, dann solle er mal Geld sparen. Daraufhin hat er mir vorgerechnet, dass das nicht möglich sei. Während der Schulzeit müsse er lernen und in den Ferien auf dem Feld helfen. Da wäre keine Zeit zum „Geld“ verdienen.

Das war dann überhaupt der Auslöser für die Baumwoll-Diskussion. Denn ich fragte, was denn auf dem Feld so angebaut werden würde… Bei Baumwolle gibt es nämlich geteilte Meinungen. Man muss die Saat, den Dünger und die Insektenbekämpfungsmittel von Sofitex kaufen (auf Kredit). Das wird dann von dem Erlös der Ernte wieder abgezogen. Manche Bauern müssen also – wenn der Ertrag nicht so gut war – noch zuzahlen. Fulgence erzählte mir dann abends, dass auch er hätte zuzahlen müssen. Allerdings fand er das nicht schlimm, denn er hätte dafür noch einen Sack Dünger zu Hause und habe im letzten Jahr den restlichen Dünger auf das Hirsefeld gestreut und dadurch eine gute Hirse-Ernte gehabt. Geht also auch so…

Es wird jetzt tagsüber schon auch ziemlich warm und kühlt nachts nicht mehr so stark ab. Ich benutze tatsächlich den Ventilator am Nachmittag und auch nachts.

Naja, mein Aufenthalt neigt sich sowieso dem Ende zu. Sonntag geht es schon in die letzte Woche. Wahnsinn. Dann bin ich am 11.3. wieder in Deutschland. Jemand schrieb etwas von „Sonne/null Grad“ Also wieder große Umstellung!!!

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Erstens kommt es anders…

..als man zweitens denkt!!!

Der eine alte Hahn, den die Aids-Versammlung mir geschenkt hat, hat bei Joe wohl den ganzen Hühnerhof aufgemischt. Daher wurde er schnellstens geschlachtet und getrocknet. Das ist so eine ähnliche Vorrichtung wie bei uns ein Räucherofen. Dann sollte ich nun gestern Mittag diesen bewussten Hahn bei Joe essen. So war der Plan. Das war zumindest das, was Joe noch am Tag zuvor gesagt hat.

Es sollte anders kommen. Anscheinend hat er im Dorf Kumpels getroffen, oder was weiß ich. Jedenfalls, wer nicht kam, war Joe 😉 Ich habe mir dann Spaghetti zu Mittag gemacht. Gegen drei kam er dann mit gekochtem Rindermagen, den er bei Fulgence gekauft hatte. Es stellte sich heraus, dass er tatsächlich im Dorf Dolo und Bier getrunken hatte mit Freunden und darüber die Zeit vergessen…

Also beschlossen wir, nun denn aufzubrechen, um Claires (Joes Frau) Kochkünste zu würdigen. Das Essen wird hier ja nicht wirklich kalt. 😉 Leider mussten wir bei den Freunden im Dorf vorbei. Die hatten in der Zwischenzeit wohl mit dem Getrinke nicht aufgehört, jedenfalls war das folgende Gespräch nicht sehr konstruktiv. Der eine – ehemaliger Schulleiter der Grundschule in Sien – sagte nicht mehr viel… Der andere, ein Krankenpfleger aus Gossina, dafür umso mehr. Allerdings immer das Gleiche: Die Franzosen mag er nicht, die Deutschen und die Amerkaner sind Klasse. Er will nach Deutschland, und ich soll ihn in Gossina besuchen kommen. Ich wäre schließlich „seine Deutsche“. Und dann wieder von vorne…

Dann war da noch eine Frau, die wohl später gekommen war. Sie hatte noch nicht so viel getrunken, redete aber das gleiche Zeugs. Da wäre doch Bako (oder wie auch immer der hieß). Der sei in Berlin an der Botschaft. Dabei tat sie so, als müsse ich ihn kennen.

Naja, wir haben uns ein Tonic Wasser (ja, ich war abstinent) lang dort aufgehalten und sind dann weiter zu Joe. Inzwischen war es allerdings schon fünf oder so. Joe stellte – zu seinem Entsetzen – fest, dass seine Frau schon zum Garten gefahren war. Also – kehrt Marsch – zum Garten. Nachdem dort alles zur Zufriedenheit gegossen worden war, konnten wir endlich das Mittagessen verspeisen. Dann fuhr auch noch der Abbé Polin vorbei, der sich zum Abend angekündigt hatte. Also wurde schnell noch ein Huhn geschlachtet, gegrillt, und eine gefühlte halbe Stunde nach dem Mittag aßen wir dann mit dem Abbé zusammen Abendessen, wieder Huhn, in Kombi mit Dolo. So kam ich – nach diesmal anregenden Gesprächen – spät nach Haus und musste noch einmal los, denn mein Wasser war total alle. Joe hat mich schnell zur Pumpe gefahren und wieder nach Hause.

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Spontanausflug nach Gouyna

Gestern waren Joe und ich dann in Toma, und ich habe – schon wieder – Körbe eingekauft, von denen ich nicht weiß, wie ich sie nach Deutschland kriegen soll…
Man wird sehen… Der eine passt nicht einmal in den Koffer, den muss ich wohl als „Hut“ deklarieren 😉
Dann haben wir noch das Bier getrunken, das wir den Tag davor geschenkt bekommen haben, aber nicht mehr schaffen konnten. Dazu gab es gegrilltes Huhn. Die neue Methode ist jetzt, das Fleisch mit Zwiebeln etc. in solche Tetrapaks zu füllen (von Wein u.ä.) und darin auf dem Feuer zu garen. Ich bin mir nicht so sicher, ob dieses Plastikzeugs sich da nicht auflöst, und man es mit isst?!?!? Jedenfalls war ich froh, dass unser Fleisch noch nach der alten Methode in einem Stück Papier gegart worden ist.
Nachmittags wollten wir dann zur Ambience (Nachfeier) des großen Marktes nach Zouma, doch dann erzählte uns jemand, dass in Gouyna Ringkämpfe stattfinden würden. Also haben wir uns kurzfristig entschlossen, dorthin zu fahren. Der Weg geht über Kamba. Da haben wir einen Freund von Patrice besucht, bei dem wir TEE getrunken haben. Er hat richtig eine Zeremonie daraus gemacht. 1./2./3. Aufguss usw. Das hatte ich hier vorher noch nie erlebt. Man lernt nie aus. Er hat uns dann nach Gouyna begleitet. Die Ringkämpfe fingen sehr spät an und waren schnell zu Ende. 😉
Der Rückweg nach Kamba fand noch einigermaßen im Hellen statt. Dort haben wir dann bei dem Freund gegessen (und haben ferngesehen, Batterie aufgeladan durch Solarpanel, Strom gibt es dort nicht) und sind weiter nach Sien. Da gab es noch zwei Abschluss-Dolos bei Fulgence und dann bin ich spät ins Bett.

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Busy sunday

Gestern, also Sonntag, bin ich dann nicht gelaufen, weil ja um acht Uhr Gottesdienst sein sollte. Das wäre mir mit frühstücken und „duschen“ zu knapp geworden… und ein „Ruhetag“ in der Woche ist ja auch nicht verkehrt. 😉

Ich bin dann – in weiser Voraussicht – gegen acht Uhr losgegangen, und war wieder einmal eine der ersten. Die Zeiten sind eben nur Richtungsangaben.

Dabei fällt mir ein, dass diese Versammlung am Samstag auch so abgelaufen war: Wir kamen um 10 Uhr wie verabredet, und es waren auch viele Menschen da. Dann gestand mir der Abbé, dass sie den anderen gesagt hätten, die Versammlung finge um 8 Uhr an. Daraufhin konnten wir dann um 10 Uhr auch beginnen. 😉 Nur beim Krankenpfleger von Zouma hätten sie leider einen Fehler gemacht. Der war dann pünktlich um 8 Uhr aufgeschlagen. Naja, Zouma ist ja nicht so weit, da konnte er noch einmal nach Hause fahren.

Okay, zurück zur Messe. Nachdem mich dann noch ein wenig mit Fidèle unterhalten hatte (Mitarbeiter von der Privatschule), ging es dann doch bald los. Da der Abbé im Dorf war, hielt er den Gottesdienst. Er gab mir gleich zu Beginn ein kleines Heft, in dem die Lesungen auf französisch abgedruckt waren. So konnte ich mich wenigstens damit auseinandersetzen, was denn so gepredigt wurde. Es ging an diesem Sonntag darum, dass Jesus nicht – wie im alten Testament – die Idee vertrat: Auge um Auge, Zahn um Zahn, sondern den Ausspruch brachte: Halte ihm auch noch die andere Wange hin…

Danach kamen dann drei der vier Mädchen zu mir, die bei Ghislain die Möglichkeit hatten, den Umgang mit dem PC zu lernen. Sie haben diese Chance seit Januar nicht mehr genutzt. Ganz genau habe ich nicht herausbekommen, woran es lag. Ich denke mir, dass es ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren war. Zum einen ist Ghislain natürlich Geschäftsmann und muss zwischendurch Kundschaft bedienen. Zum anderen ist er auch kein Pädagoge, vielleicht nicht sooo geduldig, keine Ahnung. Vielleicht sind die Mädchen auch zu jung, haben kein Interesse, keine Lust… Wer weiß!! Es kamen verschiedene Argumente, und ich hatte das Gefühl, dass niemand böse darüber war, dass ich dann gesagt habe, okay, dann machen die Mädels eine Pause, und ich suche andere Schüler aus, die dort lernen können.

Nachmittags bin ich mit Joe nach Toma gefahren. Das Moto hatte auf der schlechten Straße nach Kera ziemlich gelitten. Sechs Speichen mussten erneuert werden. Wahrscheinlich bin ich zu schwer. 😉 Dann haben wir eine Sängerin besucht, die an dem bewussten Samstag bei FÜNF verschiedenen Begräbnisfeierlichkeiten gesungen hat. Sie war erst in Sawa, dann auch in Kera, in Koin und Pankele und noch irgendwo. Zwar hatte sie uns eingeladen, doch sie war ziemlich fertig. Naja, für ein wenig Hammelfleisch essen und Dolo trinken hat es leicht gereicht.

Danach haben wir einen Freund von Joes jüngerem Bruder Leopold besucht, der Apotheker ist. Der konnte mir dann auch noch nähere Informationen geben über die Behandlung von Aids. Also, es gibt wohl ein Hammer-Antibiotikum, das die Menschen verschrieben bekommen. Da kann es anfangs Probleme geben von Kopfweh über Erbrechen bis was weiß ich… Daher ist es wichtig, dass die Patienten jemanden haben, der sie im häuslichen Umfeld unterstützt. Sonst geben sie vielleicht auf. Überhaupt ist – genau wie in Deutschland – die Akzeptanz der Krankheit ein Problem. Viele wollen ihre Diagnose nicht wissen. Sie lassen den Test machen und kommen dann nicht wieder für das Ergebnis. Oder sie erzählen es dann niemandem zu Hause. Wenn eine Frau dann ein Kind bekommt, muss sie vor der Geburt noch spezielle Medikamente nehmen, und das Kind bekommt gleich nach der Geburt für sieben Tage ein Medikament. Dann ist es kein Problem. Außerdem sollte die Mutter das Kind nicht länger als vier Monate stillen.

Das finde ich alles ziemlich interessant. Die Apotheker sagten: Die Krankheit ist zwar bei den Affen entstanden, dann aber nach Europa „geschwappt“ und von dort wieder zu uns gekommen! Das mag ja so sein. Jedenfalls ist mir schon bei einem früheren Besuch einmal aufgefallen, dass die Menschen hier teilweise mit Blut anders umgehen als wir. Es hatte jemand von uns Nasenbluten gehabt, und wir haben das Blut einfach so wegmachen wollen. Da kam die Hausfrau mit Handschuhen und Sprühmittel und hat es ziemlich professionell gesäubert. Dabei ist mir dann auch wieder einmal eingefallen, dass man ja auch bei der ersten Hilfe immer diese Handschuhe tragen soll. Muss ich mir wohl wirklich angewöhnen…

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