Fest der Frauen

Dies wird nun mein letzter Blog-Eintrag von hier aus sein, da ich morgen früh bereits nach Ouaga fahre und der Verbindungsstick hierbleibt.

Der Freitag klang dann noch sehr nett „aus“, mit einem gegrillten Hühnchen bei Roland nach der ADESI-Vorstandssitzung und dem dazugehörigen Dolo, dass wir unter den Bäumen hinter Ghislains Kiosk getrunken haben. Es wurden dann doch mehrere in einem netten Kreis. Jeder, der vorbeikam, wurde einsortiert in „Maurer“ oder „Steineklopfer“ und viele haben behauptet, sie würden mitspielen. Das war sehr amüsant. 😉

Als ich abends nach Hause kam, fiel prompt wieder der Strom aus. Da hatte ich dann plötzlich drei Schüler/innen bei mir in der „Stube“, die mich unterhalten haben. Die wichtigen Arbeiten, die diese Woche in der Schule geschrieben wurden, sind vorbei. Da war ein bisschen Luft für anderes. Kurz bevor ich ins Bett ging, kam der Strom wieder.

Gestern war ich den ganzen Tag nicht zu Hause, da dieses Fest sich „ausdehnte“. Es fing damit an, dass ich – und dabei fühlte ich mich schon gut – um 6.30 Uhr (nicht um 6.00 Uhr) auf dem Fußballplatz war. Natürlich als erste 😉 . Als ich dann um sieben eine SMS an Joe schickte, ob das Fußballspiel überhaupt stattfinden würde, habe ich ihn damit geweckt. Allerdings war dies nicht allein afrikanische Zeit, sondern eine Trommelrundsage gewesen, in der Sophie ihr Kommen angekündigt hatte. Sie hatte gebeten, zu warten, damit sie das Spiel starten könne. Schließlich begann das Spiel dann ca. halb zehn, ohne, dass Sophie erschienen war.

Es war lustig, diese Männer zu sehen, die in ihrer Jugend sicher gut Fußball gespielt haben, nun aber völlig aus der Übung waren. Sie hatten ja vorher nicht EINMAL zusammen gespielt. Außerdem gab es natürlich keine Trikots. Rigobert hatte seine Schuhe (diese Plastiksandalen, mit denen man auch ins Wasser gehen kann) noch geklebt, ein anderer noch seine Hose abgeschnitten und als Sporthose deklariert. Damit man die Mannschaften unterscheiden konnte, zogen die Steineklopfer ihre Oberteile aus: Elf Waschbrettbäuche!!! 😉

Mitten in der ersten Halbzeit kam Sophie dann, und das Spiel wurde unterbrochen. Sie begrüßte die Spieler, und alle bekamen T-Shirts, einmal weiß, einmal gelb. Dann ging es weiter. Erst lagen die Maurer in Führung mit 1:0, dann holten die Steine-Hersteller auf. Man trennte sich mit einem gemütlichen 1:1. Jeremy und Fulgence hatten ein wenig Preisgeld gestiftet, mich dann auch gefragt, und das Geld wurde dann gerecht auf beide Mannschaften verteilt. Die Botschafterin und ich hatten die Ehre, die Preise überreichen zu dürfen.

Danach waren wir von den Frauen des Dorfes zum Essen eingeladen worden. Mein Einwand, dass ich schon im Toe-Viertel eingeladen sei, galt nicht. Das sei etwas anderes. Also habe ich zweimal gegessen. Einmal mit der Botschafterin und einmal bei der Mutter von Ghislain. Geht ja auch. Zum Glück war ich morgens ohne Frühstück aus dem Haus, da hatte ich auch ausreichend Appetit. Meine Malaria-Prophylaxe (nach dem Essen einzunehmen) habe ich dann mit Bier runtergespült. 😉 Nach diesen Aktionen war es EIGENTLICH wieder Zeit für das nächste Fußballspiel. Doch Joe hielt beim Tanzplatz, mit der Begründung: Afrikanische Zeit.

Also habe ich mit den Frauen getanzt, bis irgendwann jemand sagte, man solle nun zum Fußballplatz gehen. Ich traf zeitgleich mit Sophie dort ein. Der Platz wurde noch „gekreidet“ (Asche in die vorbereiteten Rillen geschüttet). Doch es ging dann auch bald los. Diesmal saß ich neben ihrer Excellenz. Sie blieb allerdings nur vielleicht zwanzig Minuten, denn der Weg nach Ouaga ist „weit und schlecht“. Sie fährt selbst und will nicht gern in die Dunkelheit kommen.

Nach einem sehr interessanten spannenden Spiel haben die Schüler der weiterführenden Schule von Sien mit 2:1 gewonnen.

Nun war inzwischen auch Joes Freund aus Toma eingetroffen, so dass wir zusammen ein Dolo trinken und Fleisch essen konnten. An der einen Stelle gab es Schwein, bei Fulgence Hund. Darauf folgte noch ein Bier bei Ghislain. Dort tanzten inzwischen nicht mehr so sehr die Frauen als vielmehr Kinder, aber jeder hatte seinen Spaß, das Dolo floss in Strömen. Irgendwie war ich dann allerdings auch von der Sonne und all dem etwas kaputt und bin gegen acht schon nach Hause. Der Freund von Joe musste auch wieder nach Toma. Sein Lichtschalter war gerade abgebrochen, so dass er sein Licht am Moto nicht mehr ankriegte. Das wird ein Spaß im Dunkeln gewesen sein. Aber er wollte nicht mein Moto nehmen. Selbst Schuld! Obwohl wir es heute hätten gut tauschen können, denn wir müssen sowieso nach Toma, schon mal den ersten Koffer hinbringen. Damit es morgen früh mit einem Moto klappen kann.

So, jetzt gehe ich gleich das letzte Mal in die Kirche, dann werden die Kalebassen, Tongefäße, Körbe, Stoffe und all das Gedöns in den Koffer gearbeitet. 😉 Bin mal gespannt, wie viel davon heil ankommt. 😉

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.