Abreise-Vorbereitungen

So ein bisschen komme ich mir vor wie Klein Erna ( Nimm die Füße aus der Schüssel, Mutter braucht die Schüssel fürn Salat). Ich habe einen Plastik-Eimer in der Küche für Wasser und einen im „Bad“, dann noch einen Eimer aus Blech im „Bad“. Außerdem zwei kleine Schüsseln für den Abwasch.

Wenn ich nun, so wie heute, meine Haare, mich selbst und meine Strickjacke waschen will, wird es eng. Die beiden Eimer müssen voll Wasser sein, sonst reicht es nicht für den ganzen Tag. Der dritte Eimer ist dann der Wascheimer. Allerdings habe ich ein T-Shirt und die Jacke (die ich die ganzen zwei Monate lang als Kopfkissen durchgeschwitzt habe und nun ja im Flieger wieder brauche) zu waschen gehabt. So ging es also mit Vorwäsche, Wäsche und Nachspülen – und mit der Aufteilung des heißgemachten Wassers – nicht ohne die Abwaschschüsseln.

Naja, nun hängen die Sachen auf der Leine, ich bin angezogen und meine Haare sind sauber. Es stellte sich heraus, dass es nun heute schon mein letzter Jogging-Tag gewesen ist. Denn die Herren haben beschlossen morgen früh um SECHS auch noch Fußball zu spielen. Fulgence war so nett, mich vorzuwarnen, es sei afrikanische Zeit, das Spiel würde dann wohl um sieben beginnen. Doch dann laufe ich natürlich nicht mehr vorher, und hinterher ist es zu warm. Es spielen die „Steine-Hersteller“ gegen die „Maurer“. Scheinen also die – wie man bei uns sagt: „Altherren“ zu sein. Joe behauptet, er und Roland würden auch mitspielen, genauso wie Ghislain und andere. Ich bin gespannt.

Gestern Abend hatte ich wieder einmal die Gelegenheit, die afrikanische Zeit kennenzulernen. Wobei ich sagen muss, das ist eine Dorf-Zeit. In Ouaga sind die Menschen durchaus pünktlich. 😉 Es war ja nun dieses Treffen anberaumt mit den Schüler/innen, die den Umgang mit dem PC zu lernen die Möglichkeit haben sollten. ICH war um sechs Uhr abends da. Ghislain nicht (kam dann allerdings um zwei Minuten nach sechs aus Toma angebraust.) War auch nicht so tragisch, dass er nicht pünktlich war, denn es war nur EIN Schüler da. Das ist wohl der einzige, der ein wenig begriffen hat, worauf es ankommt. Das war auch derjenige, der den Schnitt schon gleich im ersten Trimester hatte, und der bei der Versammlung damals übersetzt hat. Ein zweiter kam dazu.

Nach einer Dreiviertelstunde des Wartens hat Ghislain dann einen der beiden gebeten, die anderen mit dem Rad zu „holen“. So konnten wir kurz nach sieben beginnen. Als Ghislain zwischenzeitlich sich etwas echauffierte über Pünktlichkeit, konnte ich mich dann doch nicht zurückhalten zu sagen: Das stimmt. Wenn man Leute zu um zwölf einlädt, kann man nicht erst um zwei kommen. 😉 Aber er hat natürlich Recht.

Die drei Jungen bekundeten aktiv ihren Willen, den Umgang mit dem PC lernen zu wollen, die Mädchen sagten so etwas wie: „Das kann so klappen!“ Das ist so ein genereller Verhaltensunterschied, den ich feststelle. Meistens sind es die Jungen, die vorne an sind. Die Mädchen halten sich zurück. Dann haben wir – nach einigem Hin und Her – zwei Gruppen festgelegt, für Samstag und Sonntag. Es soll dann am 15. losgehen. Ghislain wird mich informieren, wie es klappt.

Im übrigen habe ich gestern ohne Alkohol und ohne Fleisch durchgehalten. Mal sehen wie es heute wird. Die eine Frau von meinem Hof sagte heute Morgen: Nun habe ich mir für morgen kein Kleid machen lassen und nichts. Naja, wenigstens habe ich noch eine Frisur bekommen. Das muss dann reichen. Das ist der Nachteil, dass Sophie sich so spät zum Feiern angemeldet hat. Vorher wollte man ja nicht groß feiern. Aber nun wird morgen natürlich getanzt. 😉 Keine Sorge, da bin ich mittenmang dabei. Die Sonne bewirkt Wunder für mein linkes Knie 😉 😉 😉

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