Ghislain lädt ein ;-)

Da war ich nun gestern um zwölf Uhr mittags mit Joe bei Ghislain eingeladen. Joe wollte zwei Hühner grillen, dazu wollte Ghislain das Bier stiften. Guter Plan!! (an und für sich gesehen)

Ich ging also gegen Mittag hier los und traf auch Joe dort hinter dem Kiosk/Imbiss im Schatten bei einem Tisch an. Ghislain wäre zu Hause, um Steine für diese neuen Dolo-Öfen herzustellen. Wenn wir da seien, sollten wir ihn auf dem Handy anrufen, dann würde er kommen. Joe hat es versucht – ohne Erfolg. Ich habe es versucht: Der Teilnehmer ist momentan nicht zu erreichen. Gut, dann hat Ida (junger Mann) sich mit dem Rad aufgeschwungen und ist zu Ghislain gefahren.

Die Erde für die Steine lag da, trockene und nasse, das Moto war da, von Ghislain keine Spur. Merkwürdig. Dabei ist das wirklich sonst ein zuverlässiger Kumpan. Joe beschloss dann so gegen eins, dass wir nun essen würden. Er kaufte zwei Bier, und wir machten uns an die Hühnchen-Schlacht. Also, so auf dieser Art Räucher-Ofen gegrillt, sind diese Tiere ja nochmal wieder anders zu genießen. Lecker! Da macht es auch nichts, wenn sie nur noch lauwarm sind, denn es ist ja nicht kalt hier.

Dann kam Emil, der Bruder von Ghislain, und meinte auf Befragen, Ghislain sei auf die Jagd gegangen. Wie jetzt? Auf die Jagd? Kurze Zeit später (inzwischen nach 14 Uhr, wir waren noch da, weil wir uns noch ein Verdauungsbier geteilt haben) erschien Ghislain mit dem Moto, wollte sich wortreich entschuldigen und hatte einen halben Hasen dabei. Er war tatsächlich auf der JAGD gewesen. Das ist wohl sein Schwachpunkt. Als er hatte anfangen wollen mit den Steinen, seien die Jäger an seinem Haus vorbeigekommen. (Das ist hier immer so eine Angelegenheit von mehreren, ähnlich einer Treibjagd bei uns.) Es war noch früh, und er beschloss bis zur Straße nach Zouma mitzulaufen, aber wie es dann so ist, immer, wenn er umkehren wollte, rief gerade wieder einer: Da ist ein Hase! Oder, dahinter läuft ein Igel…

Langer Rede, kurzer Sinn: Er hatte viel zu lange mitgemacht, musste dann schnell nach Hause, die Steine in Windeseile herstellen, sich waschen, und da war er nun. Der halbe Hase wurde seiner Frau übergeben, die ihn zubereiten sollte. Ghislain verspeiste dann den Rest der Hühner, den wir nicht mehr geschafft hatten, spendierte ein Bier und noch eins, und wir warteten auf den Hasen. Den Kopf des Hasen hatte er dem Trommler geschenkt. Das macht man so. Ich habe noch nicht herausbekommen, warum. Die Vorderläufe des Tiers hatte Francis bekommen, der neben Ghislain gelaufen war, er hatte ja auch mitgeholfen. Für uns blieben die Hinterläufe.

War auch gut zu essen mit Brot und mit Bier runterzuspülen. Doch abends ging es mir nicht sooo gut. Ich habe die Nacht nicht geschlafen, und beschlossen, heute kein Bier, kein Fleisch. Bis jetzt habe ich durchgehalten. Im übrigen hatte Ghislain als erstes einen Igel erlegt (Man hat tatsächlich solche Stöcke, die man wirft. Damit kann man wohl Tiere töten). Den hat er einem Alten geschenkt, denn in der Eile hatte er keinen Sack mitgenommen, musste den Igel in der Hand tragen, und das piekte ziemlich. 😉 Außerdem bringt es wohl Glück, wenn man einem Alten was schenkt, und prompt hat er daraufhin ja auch den Hasen erlegt.

Sein eines Handy war zu Hause geblieben, das andere ausgeschaltet. Naja, er wird sich nun vermutlich über einige Zeit die Frotzeleien seiner Freunde anhören. Leute einladen und dann fliehen… Ich habe heute Abend eine Verabredung um sechs mit ihm. Da habe ich natürlich auch gleich gesagt, dass ich ja nun weiß, dass sechs Uhr für ihn eigentlich acht Uhr heißt. 😉

Dann ist da nun noch der Kuddelmuddel mit dem Fest der Frauen und dem ersten Spiel des „Coups“. Die Frauen hatten zu einer Versammlung heute Mittag eingeladen. Das hat mir Francis erzählt, der mir die Einladung zum ersten „Coup“-Spiel brachte. Der Trommler wäre gestern Abend rumgegangen. Also bin ich gegen Mittag zum Brot holen zum Kiosk gegangen, habe dort Joe getroffen und zwei Frauen. Das waren wohl die Vorsitzende und ihre Stellvertreterin. Die anderen Frauen kamen dermaßen zögerlich und spärlich angeklötert, dass ich keine Lust hatte, auf die Versammlung zu warten. Auf meine Frage meinte Joe, es wäre gut, wenn ich jedem Viertel einen 20 Liter Kanister Dolo stiften würde. Also habe ich mich mit 6000 CFA (4x 1500) aus der Affäre gezogen, die ich der Vorsitzenden gegeben habe und bin nach Hause gegangen.
Die ehemalige Botschafterin Sophie Sow hat wohl beschlossen, mit den Frauen zu feiern, da sie dies lange nicht gemacht habe. Eigentlich seit sie in Deutschland gewesen ist vor zwanzig Jahren (so lange besteht nämlich unsere Partnerschaft). Das will sie dann verbinden mit der Eröffnung des „Coup“. Warum sie nicht eine Nacht dort schlafen kann (Sie hat sich ein Haus bauen lassen.), weiß ich nicht. Das ist nun jedenfalls der Grund, dass die Frauen sich überlegen müssen, was sie machen. Sie wollten dieses Jahr nicht groß feiern, doch nun kommen sie wohl nicht darum herum.
Naja, Sophie Sow wird sie sicherlich auch finanziell unterstützen.

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