Pankele

Der „letzte“ Mittwoch. Heute Mittag werden wir zwei oder drei Hühner bei Ghislain (hinter dem Kiosk/Restaurant) grillen und verspeisen. Das dezimiert den Berg dann etwas. Wer weiß, was ich mit dem Rest machen soll.

Gestern Abend waren wir dann in Pankele. Dort war Markt. Davon haben wir allerdings nicht viel mitbekommen, außer, dass auch andere Männer aus Sien dort waren zum Dolo trinken. Der Freund von Roland, der uns aufgefordert hatte, ihn UNBEDINGT zu besuchen, war nicht zu Hause. Also saßen wir wieder einmal unter einem großen Baum im Schatten und genossen ein Dolo. Dabei gibt es immer den Unterschied zwischen dem Dolo von heute (vivant=lebend), das leichter und süßer ist, und dem Dolo von gestern (mort=tot), das herber schmeckt.

Ich bevorzuge das „lebende“ Dolo, während die Männer natürlich lieber das von gestern trinken. Das ist dann immer ein kleiner Spaß. Joe erkundigte sich dann in der Gruppe, die dort schon saß, ob jemand die Nummer von bewusstem „Augustin“ hätte. Er wurde angerufen und ließ verlauten, er würde kommen. Inzwischen hatten wir herausgefunden, dass es ein Stück weiter eine Art „Restaurant“ gab, wo Fleisch zubereitet wird. Vermutlich Ziege, vielleicht Schaf. Also beschlossen wir, dort etwas zu essen.

Bis wir mit unseren diversen geschenkt bekommenen Dolos fertig waren, war auch Augustin aufgetaucht, und wir gingen zusammen das Stück bis zu dem „Restaurant“. Dort stellte sich heraus, dass es heute „Hund“ gab. Auch gut! Aber das Fleisch war noch nicht fertig. Also warteten wir bei einem Bier bis es soweit war. Zusätzlich wurden drei Teller mit SALAT bestellt. Richtig angemacht, mit Öl und Essig, Tomaten, Zwiebeln und eben grünem Salat. Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Dann kam auch Roland, der zusammen mit Rigobert mit dem Fahrrad (jeder sein eigenes 😉 ) nach Pankele gefahren war. Also haben wir zusammen gegessen und uns ein wenig unterhalten.

Dann tauchte – wie das manchmal so passiert – ein junger Mann auf, der behauptete, mich zu „lieben“. Ich habe ihn ausgelacht und gesagt, er solle sich hinten anstellen. Die Liste sei lang. 😉 Als wir dann wieder bei dem Dolostand saßen, weil wir nicht geschafft hatten, alle geschenkten Dolos zu trinken, fing er wieder an. Selbst als ich behauptete, er sei sicher jünger als meine Tochter, ließ er nicht locker: Er liebe Großmütter! Daraufhin konnte ich ihm ja guten Gewissens sagen, dass ich aber keine kleinen Jungen lieben würde. 😉 War natürlich alles im Spaß!

Da es drohte, dunkel zu werden, sind wir dann bei Augustin zu Hause vorbei. Überraschung: Zwei seiner Mädels waren im letzten Jahr meine Schülerinnen gewesen. Wir bekamen ein Huhn (was sonst, er ist schließlich Hühnerzüchter, obwohl er hatte auch ziemlich viele Schafe, ich denke, da hatten wir mit dem Huhn noch Glück, was hätte ich mit einem Schaf gemacht.) und fuhren zurück nach Sien.

Das Huhn haben wir gleich zu Joe nach Hause gebracht. Dort erzählte seine Frau dann auch, dass die Frauen des Toe-Viertels mich für den Tag der Frauen zum Mittagessen eingeladen hätten. Da sie ihnen verraten hat, dass ich gern gegrilltes Huhn esse, gibt es das wohl für mich. 😉

Ich habe zugesagt zu kommen, dann gucke ich mir das Fußballspiel eben nicht an. Finde ich sowieso nicht gut, dass sie das auf den Samstag vorverlegt haben. Da gibt es dann Probleme mit dem EINEN Lautsprecher. Der kann nicht gleichzeitig für Fußball und für Tanz der Frauen genutzt werden. Man vermutet, dass es der ehemaligen Botschafterin wohl besser an diesem Tag passe, und dass sie den „Coup“ eröffnen wolle. Aber ich finde es trotzdem nicht in Ordnung.

… und natürlich habe ich noch ein Dolo getrunken, als ich bei Ghislain mein Brot gekauft habe. Seine Mutter sitzt dort ja immer mal und verkauft Dolo. Drolligerweise ergab es sich, dass der Katechist aus Sien und auch der aus Zouma kamen. (War wohl ihre letzte Chance, Dolo zu trinken, heute beginnt die Fastenzeit) Es entspann sich eine Diskussion über den Glauben. Ich gab zu, dass ich als Protestantin nicht fasten würde. Daraufhin haben wir erst einmal versucht auseinander zu klamüsern, was der Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten sei, und es wurde heiß diskutiert. Allerdings leider großenteils auf San, so dass ich nicht viel verstanden habe.

Zu Hause bin ich dann um halb Neun ins Bett, weil mit mir nicht mehr viel anzufangen war. Ich habe dann – mit leichten Unterbrechungen – bis heute Morgen gut geschlafen. 😉

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