Zurück in Deutschland

Ja, ihr Lieben, die Zeit „fliegt“ nur so dahin. Nun bin ich schon wieder gesund und munter in Deutschland angekommen. In Brüssel habe ich schon den Unterschied gemerkt. Es stand auf der Anzeigetafel, um 8.55 Uhr würde das Gate für meine Maschine bekanntgegeben werden…und prompt war die Info um 4 Sekunden nach dem Umspringen der Uhr auf dem Bildschirm 😉

In Ouaga habe ich im Künstlerdorf (Kunsthandwerk) noch einmal ordentlich eingekauft, dann mit Christoph zwei Abschiedsbiere getrunken und bin dann in den Flieger.

Deutschland hat mich mit Sonne begrüßt, wenn auch die Temperaturen noch nicht sehr afrikanisch sind. Damit endet dieser Blog wieder einmal. Ich denke auch nicht, dass ich vor 2015 wieder nach Sien kommen werde. 😉

Vielen Dank fürs fleißige Lesen!!!

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Fest der Frauen

Dies wird nun mein letzter Blog-Eintrag von hier aus sein, da ich morgen früh bereits nach Ouaga fahre und der Verbindungsstick hierbleibt.

Der Freitag klang dann noch sehr nett „aus“, mit einem gegrillten Hühnchen bei Roland nach der ADESI-Vorstandssitzung und dem dazugehörigen Dolo, dass wir unter den Bäumen hinter Ghislains Kiosk getrunken haben. Es wurden dann doch mehrere in einem netten Kreis. Jeder, der vorbeikam, wurde einsortiert in „Maurer“ oder „Steineklopfer“ und viele haben behauptet, sie würden mitspielen. Das war sehr amüsant. 😉

Als ich abends nach Hause kam, fiel prompt wieder der Strom aus. Da hatte ich dann plötzlich drei Schüler/innen bei mir in der „Stube“, die mich unterhalten haben. Die wichtigen Arbeiten, die diese Woche in der Schule geschrieben wurden, sind vorbei. Da war ein bisschen Luft für anderes. Kurz bevor ich ins Bett ging, kam der Strom wieder.

Gestern war ich den ganzen Tag nicht zu Hause, da dieses Fest sich „ausdehnte“. Es fing damit an, dass ich – und dabei fühlte ich mich schon gut – um 6.30 Uhr (nicht um 6.00 Uhr) auf dem Fußballplatz war. Natürlich als erste 😉 . Als ich dann um sieben eine SMS an Joe schickte, ob das Fußballspiel überhaupt stattfinden würde, habe ich ihn damit geweckt. Allerdings war dies nicht allein afrikanische Zeit, sondern eine Trommelrundsage gewesen, in der Sophie ihr Kommen angekündigt hatte. Sie hatte gebeten, zu warten, damit sie das Spiel starten könne. Schließlich begann das Spiel dann ca. halb zehn, ohne, dass Sophie erschienen war.

Es war lustig, diese Männer zu sehen, die in ihrer Jugend sicher gut Fußball gespielt haben, nun aber völlig aus der Übung waren. Sie hatten ja vorher nicht EINMAL zusammen gespielt. Außerdem gab es natürlich keine Trikots. Rigobert hatte seine Schuhe (diese Plastiksandalen, mit denen man auch ins Wasser gehen kann) noch geklebt, ein anderer noch seine Hose abgeschnitten und als Sporthose deklariert. Damit man die Mannschaften unterscheiden konnte, zogen die Steineklopfer ihre Oberteile aus: Elf Waschbrettbäuche!!! 😉

Mitten in der ersten Halbzeit kam Sophie dann, und das Spiel wurde unterbrochen. Sie begrüßte die Spieler, und alle bekamen T-Shirts, einmal weiß, einmal gelb. Dann ging es weiter. Erst lagen die Maurer in Führung mit 1:0, dann holten die Steine-Hersteller auf. Man trennte sich mit einem gemütlichen 1:1. Jeremy und Fulgence hatten ein wenig Preisgeld gestiftet, mich dann auch gefragt, und das Geld wurde dann gerecht auf beide Mannschaften verteilt. Die Botschafterin und ich hatten die Ehre, die Preise überreichen zu dürfen.

Danach waren wir von den Frauen des Dorfes zum Essen eingeladen worden. Mein Einwand, dass ich schon im Toe-Viertel eingeladen sei, galt nicht. Das sei etwas anderes. Also habe ich zweimal gegessen. Einmal mit der Botschafterin und einmal bei der Mutter von Ghislain. Geht ja auch. Zum Glück war ich morgens ohne Frühstück aus dem Haus, da hatte ich auch ausreichend Appetit. Meine Malaria-Prophylaxe (nach dem Essen einzunehmen) habe ich dann mit Bier runtergespült. 😉 Nach diesen Aktionen war es EIGENTLICH wieder Zeit für das nächste Fußballspiel. Doch Joe hielt beim Tanzplatz, mit der Begründung: Afrikanische Zeit.

Also habe ich mit den Frauen getanzt, bis irgendwann jemand sagte, man solle nun zum Fußballplatz gehen. Ich traf zeitgleich mit Sophie dort ein. Der Platz wurde noch „gekreidet“ (Asche in die vorbereiteten Rillen geschüttet). Doch es ging dann auch bald los. Diesmal saß ich neben ihrer Excellenz. Sie blieb allerdings nur vielleicht zwanzig Minuten, denn der Weg nach Ouaga ist „weit und schlecht“. Sie fährt selbst und will nicht gern in die Dunkelheit kommen.

Nach einem sehr interessanten spannenden Spiel haben die Schüler der weiterführenden Schule von Sien mit 2:1 gewonnen.

Nun war inzwischen auch Joes Freund aus Toma eingetroffen, so dass wir zusammen ein Dolo trinken und Fleisch essen konnten. An der einen Stelle gab es Schwein, bei Fulgence Hund. Darauf folgte noch ein Bier bei Ghislain. Dort tanzten inzwischen nicht mehr so sehr die Frauen als vielmehr Kinder, aber jeder hatte seinen Spaß, das Dolo floss in Strömen. Irgendwie war ich dann allerdings auch von der Sonne und all dem etwas kaputt und bin gegen acht schon nach Hause. Der Freund von Joe musste auch wieder nach Toma. Sein Lichtschalter war gerade abgebrochen, so dass er sein Licht am Moto nicht mehr ankriegte. Das wird ein Spaß im Dunkeln gewesen sein. Aber er wollte nicht mein Moto nehmen. Selbst Schuld! Obwohl wir es heute hätten gut tauschen können, denn wir müssen sowieso nach Toma, schon mal den ersten Koffer hinbringen. Damit es morgen früh mit einem Moto klappen kann.

So, jetzt gehe ich gleich das letzte Mal in die Kirche, dann werden die Kalebassen, Tongefäße, Körbe, Stoffe und all das Gedöns in den Koffer gearbeitet. 😉 Bin mal gespannt, wie viel davon heil ankommt. 😉

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Abreise-Vorbereitungen

So ein bisschen komme ich mir vor wie Klein Erna ( Nimm die Füße aus der Schüssel, Mutter braucht die Schüssel fürn Salat). Ich habe einen Plastik-Eimer in der Küche für Wasser und einen im „Bad“, dann noch einen Eimer aus Blech im „Bad“. Außerdem zwei kleine Schüsseln für den Abwasch.

Wenn ich nun, so wie heute, meine Haare, mich selbst und meine Strickjacke waschen will, wird es eng. Die beiden Eimer müssen voll Wasser sein, sonst reicht es nicht für den ganzen Tag. Der dritte Eimer ist dann der Wascheimer. Allerdings habe ich ein T-Shirt und die Jacke (die ich die ganzen zwei Monate lang als Kopfkissen durchgeschwitzt habe und nun ja im Flieger wieder brauche) zu waschen gehabt. So ging es also mit Vorwäsche, Wäsche und Nachspülen – und mit der Aufteilung des heißgemachten Wassers – nicht ohne die Abwaschschüsseln.

Naja, nun hängen die Sachen auf der Leine, ich bin angezogen und meine Haare sind sauber. Es stellte sich heraus, dass es nun heute schon mein letzter Jogging-Tag gewesen ist. Denn die Herren haben beschlossen morgen früh um SECHS auch noch Fußball zu spielen. Fulgence war so nett, mich vorzuwarnen, es sei afrikanische Zeit, das Spiel würde dann wohl um sieben beginnen. Doch dann laufe ich natürlich nicht mehr vorher, und hinterher ist es zu warm. Es spielen die „Steine-Hersteller“ gegen die „Maurer“. Scheinen also die – wie man bei uns sagt: „Altherren“ zu sein. Joe behauptet, er und Roland würden auch mitspielen, genauso wie Ghislain und andere. Ich bin gespannt.

Gestern Abend hatte ich wieder einmal die Gelegenheit, die afrikanische Zeit kennenzulernen. Wobei ich sagen muss, das ist eine Dorf-Zeit. In Ouaga sind die Menschen durchaus pünktlich. 😉 Es war ja nun dieses Treffen anberaumt mit den Schüler/innen, die den Umgang mit dem PC zu lernen die Möglichkeit haben sollten. ICH war um sechs Uhr abends da. Ghislain nicht (kam dann allerdings um zwei Minuten nach sechs aus Toma angebraust.) War auch nicht so tragisch, dass er nicht pünktlich war, denn es war nur EIN Schüler da. Das ist wohl der einzige, der ein wenig begriffen hat, worauf es ankommt. Das war auch derjenige, der den Schnitt schon gleich im ersten Trimester hatte, und der bei der Versammlung damals übersetzt hat. Ein zweiter kam dazu.

Nach einer Dreiviertelstunde des Wartens hat Ghislain dann einen der beiden gebeten, die anderen mit dem Rad zu „holen“. So konnten wir kurz nach sieben beginnen. Als Ghislain zwischenzeitlich sich etwas echauffierte über Pünktlichkeit, konnte ich mich dann doch nicht zurückhalten zu sagen: Das stimmt. Wenn man Leute zu um zwölf einlädt, kann man nicht erst um zwei kommen. 😉 Aber er hat natürlich Recht.

Die drei Jungen bekundeten aktiv ihren Willen, den Umgang mit dem PC lernen zu wollen, die Mädchen sagten so etwas wie: „Das kann so klappen!“ Das ist so ein genereller Verhaltensunterschied, den ich feststelle. Meistens sind es die Jungen, die vorne an sind. Die Mädchen halten sich zurück. Dann haben wir – nach einigem Hin und Her – zwei Gruppen festgelegt, für Samstag und Sonntag. Es soll dann am 15. losgehen. Ghislain wird mich informieren, wie es klappt.

Im übrigen habe ich gestern ohne Alkohol und ohne Fleisch durchgehalten. Mal sehen wie es heute wird. Die eine Frau von meinem Hof sagte heute Morgen: Nun habe ich mir für morgen kein Kleid machen lassen und nichts. Naja, wenigstens habe ich noch eine Frisur bekommen. Das muss dann reichen. Das ist der Nachteil, dass Sophie sich so spät zum Feiern angemeldet hat. Vorher wollte man ja nicht groß feiern. Aber nun wird morgen natürlich getanzt. 😉 Keine Sorge, da bin ich mittenmang dabei. Die Sonne bewirkt Wunder für mein linkes Knie 😉 😉 😉

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Ghislain lädt ein ;-)

Da war ich nun gestern um zwölf Uhr mittags mit Joe bei Ghislain eingeladen. Joe wollte zwei Hühner grillen, dazu wollte Ghislain das Bier stiften. Guter Plan!! (an und für sich gesehen)

Ich ging also gegen Mittag hier los und traf auch Joe dort hinter dem Kiosk/Imbiss im Schatten bei einem Tisch an. Ghislain wäre zu Hause, um Steine für diese neuen Dolo-Öfen herzustellen. Wenn wir da seien, sollten wir ihn auf dem Handy anrufen, dann würde er kommen. Joe hat es versucht – ohne Erfolg. Ich habe es versucht: Der Teilnehmer ist momentan nicht zu erreichen. Gut, dann hat Ida (junger Mann) sich mit dem Rad aufgeschwungen und ist zu Ghislain gefahren.

Die Erde für die Steine lag da, trockene und nasse, das Moto war da, von Ghislain keine Spur. Merkwürdig. Dabei ist das wirklich sonst ein zuverlässiger Kumpan. Joe beschloss dann so gegen eins, dass wir nun essen würden. Er kaufte zwei Bier, und wir machten uns an die Hühnchen-Schlacht. Also, so auf dieser Art Räucher-Ofen gegrillt, sind diese Tiere ja nochmal wieder anders zu genießen. Lecker! Da macht es auch nichts, wenn sie nur noch lauwarm sind, denn es ist ja nicht kalt hier.

Dann kam Emil, der Bruder von Ghislain, und meinte auf Befragen, Ghislain sei auf die Jagd gegangen. Wie jetzt? Auf die Jagd? Kurze Zeit später (inzwischen nach 14 Uhr, wir waren noch da, weil wir uns noch ein Verdauungsbier geteilt haben) erschien Ghislain mit dem Moto, wollte sich wortreich entschuldigen und hatte einen halben Hasen dabei. Er war tatsächlich auf der JAGD gewesen. Das ist wohl sein Schwachpunkt. Als er hatte anfangen wollen mit den Steinen, seien die Jäger an seinem Haus vorbeigekommen. (Das ist hier immer so eine Angelegenheit von mehreren, ähnlich einer Treibjagd bei uns.) Es war noch früh, und er beschloss bis zur Straße nach Zouma mitzulaufen, aber wie es dann so ist, immer, wenn er umkehren wollte, rief gerade wieder einer: Da ist ein Hase! Oder, dahinter läuft ein Igel…

Langer Rede, kurzer Sinn: Er hatte viel zu lange mitgemacht, musste dann schnell nach Hause, die Steine in Windeseile herstellen, sich waschen, und da war er nun. Der halbe Hase wurde seiner Frau übergeben, die ihn zubereiten sollte. Ghislain verspeiste dann den Rest der Hühner, den wir nicht mehr geschafft hatten, spendierte ein Bier und noch eins, und wir warteten auf den Hasen. Den Kopf des Hasen hatte er dem Trommler geschenkt. Das macht man so. Ich habe noch nicht herausbekommen, warum. Die Vorderläufe des Tiers hatte Francis bekommen, der neben Ghislain gelaufen war, er hatte ja auch mitgeholfen. Für uns blieben die Hinterläufe.

War auch gut zu essen mit Brot und mit Bier runterzuspülen. Doch abends ging es mir nicht sooo gut. Ich habe die Nacht nicht geschlafen, und beschlossen, heute kein Bier, kein Fleisch. Bis jetzt habe ich durchgehalten. Im übrigen hatte Ghislain als erstes einen Igel erlegt (Man hat tatsächlich solche Stöcke, die man wirft. Damit kann man wohl Tiere töten). Den hat er einem Alten geschenkt, denn in der Eile hatte er keinen Sack mitgenommen, musste den Igel in der Hand tragen, und das piekte ziemlich. 😉 Außerdem bringt es wohl Glück, wenn man einem Alten was schenkt, und prompt hat er daraufhin ja auch den Hasen erlegt.

Sein eines Handy war zu Hause geblieben, das andere ausgeschaltet. Naja, er wird sich nun vermutlich über einige Zeit die Frotzeleien seiner Freunde anhören. Leute einladen und dann fliehen… Ich habe heute Abend eine Verabredung um sechs mit ihm. Da habe ich natürlich auch gleich gesagt, dass ich ja nun weiß, dass sechs Uhr für ihn eigentlich acht Uhr heißt. 😉

Dann ist da nun noch der Kuddelmuddel mit dem Fest der Frauen und dem ersten Spiel des „Coups“. Die Frauen hatten zu einer Versammlung heute Mittag eingeladen. Das hat mir Francis erzählt, der mir die Einladung zum ersten „Coup“-Spiel brachte. Der Trommler wäre gestern Abend rumgegangen. Also bin ich gegen Mittag zum Brot holen zum Kiosk gegangen, habe dort Joe getroffen und zwei Frauen. Das waren wohl die Vorsitzende und ihre Stellvertreterin. Die anderen Frauen kamen dermaßen zögerlich und spärlich angeklötert, dass ich keine Lust hatte, auf die Versammlung zu warten. Auf meine Frage meinte Joe, es wäre gut, wenn ich jedem Viertel einen 20 Liter Kanister Dolo stiften würde. Also habe ich mich mit 6000 CFA (4x 1500) aus der Affäre gezogen, die ich der Vorsitzenden gegeben habe und bin nach Hause gegangen.
Die ehemalige Botschafterin Sophie Sow hat wohl beschlossen, mit den Frauen zu feiern, da sie dies lange nicht gemacht habe. Eigentlich seit sie in Deutschland gewesen ist vor zwanzig Jahren (so lange besteht nämlich unsere Partnerschaft). Das will sie dann verbinden mit der Eröffnung des „Coup“. Warum sie nicht eine Nacht dort schlafen kann (Sie hat sich ein Haus bauen lassen.), weiß ich nicht. Das ist nun jedenfalls der Grund, dass die Frauen sich überlegen müssen, was sie machen. Sie wollten dieses Jahr nicht groß feiern, doch nun kommen sie wohl nicht darum herum.
Naja, Sophie Sow wird sie sicherlich auch finanziell unterstützen.

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Pankele

Der „letzte“ Mittwoch. Heute Mittag werden wir zwei oder drei Hühner bei Ghislain (hinter dem Kiosk/Restaurant) grillen und verspeisen. Das dezimiert den Berg dann etwas. Wer weiß, was ich mit dem Rest machen soll.

Gestern Abend waren wir dann in Pankele. Dort war Markt. Davon haben wir allerdings nicht viel mitbekommen, außer, dass auch andere Männer aus Sien dort waren zum Dolo trinken. Der Freund von Roland, der uns aufgefordert hatte, ihn UNBEDINGT zu besuchen, war nicht zu Hause. Also saßen wir wieder einmal unter einem großen Baum im Schatten und genossen ein Dolo. Dabei gibt es immer den Unterschied zwischen dem Dolo von heute (vivant=lebend), das leichter und süßer ist, und dem Dolo von gestern (mort=tot), das herber schmeckt.

Ich bevorzuge das „lebende“ Dolo, während die Männer natürlich lieber das von gestern trinken. Das ist dann immer ein kleiner Spaß. Joe erkundigte sich dann in der Gruppe, die dort schon saß, ob jemand die Nummer von bewusstem „Augustin“ hätte. Er wurde angerufen und ließ verlauten, er würde kommen. Inzwischen hatten wir herausgefunden, dass es ein Stück weiter eine Art „Restaurant“ gab, wo Fleisch zubereitet wird. Vermutlich Ziege, vielleicht Schaf. Also beschlossen wir, dort etwas zu essen.

Bis wir mit unseren diversen geschenkt bekommenen Dolos fertig waren, war auch Augustin aufgetaucht, und wir gingen zusammen das Stück bis zu dem „Restaurant“. Dort stellte sich heraus, dass es heute „Hund“ gab. Auch gut! Aber das Fleisch war noch nicht fertig. Also warteten wir bei einem Bier bis es soweit war. Zusätzlich wurden drei Teller mit SALAT bestellt. Richtig angemacht, mit Öl und Essig, Tomaten, Zwiebeln und eben grünem Salat. Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Dann kam auch Roland, der zusammen mit Rigobert mit dem Fahrrad (jeder sein eigenes 😉 ) nach Pankele gefahren war. Also haben wir zusammen gegessen und uns ein wenig unterhalten.

Dann tauchte – wie das manchmal so passiert – ein junger Mann auf, der behauptete, mich zu „lieben“. Ich habe ihn ausgelacht und gesagt, er solle sich hinten anstellen. Die Liste sei lang. 😉 Als wir dann wieder bei dem Dolostand saßen, weil wir nicht geschafft hatten, alle geschenkten Dolos zu trinken, fing er wieder an. Selbst als ich behauptete, er sei sicher jünger als meine Tochter, ließ er nicht locker: Er liebe Großmütter! Daraufhin konnte ich ihm ja guten Gewissens sagen, dass ich aber keine kleinen Jungen lieben würde. 😉 War natürlich alles im Spaß!

Da es drohte, dunkel zu werden, sind wir dann bei Augustin zu Hause vorbei. Überraschung: Zwei seiner Mädels waren im letzten Jahr meine Schülerinnen gewesen. Wir bekamen ein Huhn (was sonst, er ist schließlich Hühnerzüchter, obwohl er hatte auch ziemlich viele Schafe, ich denke, da hatten wir mit dem Huhn noch Glück, was hätte ich mit einem Schaf gemacht.) und fuhren zurück nach Sien.

Das Huhn haben wir gleich zu Joe nach Hause gebracht. Dort erzählte seine Frau dann auch, dass die Frauen des Toe-Viertels mich für den Tag der Frauen zum Mittagessen eingeladen hätten. Da sie ihnen verraten hat, dass ich gern gegrilltes Huhn esse, gibt es das wohl für mich. 😉

Ich habe zugesagt zu kommen, dann gucke ich mir das Fußballspiel eben nicht an. Finde ich sowieso nicht gut, dass sie das auf den Samstag vorverlegt haben. Da gibt es dann Probleme mit dem EINEN Lautsprecher. Der kann nicht gleichzeitig für Fußball und für Tanz der Frauen genutzt werden. Man vermutet, dass es der ehemaligen Botschafterin wohl besser an diesem Tag passe, und dass sie den „Coup“ eröffnen wolle. Aber ich finde es trotzdem nicht in Ordnung.

… und natürlich habe ich noch ein Dolo getrunken, als ich bei Ghislain mein Brot gekauft habe. Seine Mutter sitzt dort ja immer mal und verkauft Dolo. Drolligerweise ergab es sich, dass der Katechist aus Sien und auch der aus Zouma kamen. (War wohl ihre letzte Chance, Dolo zu trinken, heute beginnt die Fastenzeit) Es entspann sich eine Diskussion über den Glauben. Ich gab zu, dass ich als Protestantin nicht fasten würde. Daraufhin haben wir erst einmal versucht auseinander zu klamüsern, was der Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten sei, und es wurde heiß diskutiert. Allerdings leider großenteils auf San, so dass ich nicht viel verstanden habe.

Zu Hause bin ich dann um halb Neun ins Bett, weil mit mir nicht mehr viel anzufangen war. Ich habe dann – mit leichten Unterbrechungen – bis heute Morgen gut geschlafen. 😉

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Letzte Mal Ziegenfleisch

Also, meine Einheiten für das Handy sind noch immer nicht freigeschaltet. Das ist ein burkinaweites Problem. Der nette Mann bei Onatel in Toma hat dort in der Zentrale angerufen und folgendes herausgefunden: Die 1000 CFA Karten sind irgendwie falsch codiert oder wie man das nennt. Sie arbeiten dran. Ich sollte morgen noch einmal versuchen, sie aufzuladen, bis dahin würden sie das Problem sicherlich gelöst haben.

Pustekuchen! Heute Morgen ging es immer noch nicht. Es macht ja auch keinen Sinn, neue Einheiten zu 1000 CFA zu kaufen, damit gibt es dann sicherlich das gleiche Problem. Also habe ich gestern Abend dann zwei Karten zu 500 gekauft. Das hat geklappt. 😉

Nach diesem „erfolgreichen“ Besuch sind Joe und ich bei Suzane vorbeigefahren zu Mathias. Ich muss ja ein wenig Verabschiedungstour machen, denn es ist schon soweit, dass ich die jeweils „letzten“ Tage zufassen habe. Heute ist z.B. der letzte Dienstag. 😉

Aus diesem Grund habe ich mir auch noch einmal gegrilltes Ziegenfleisch beim Ziegenmann gegönnt, ein Bier dazu und das Chaos war komplett. Auf dem Rückweg habe ich bei Ghislain zum zweiten Mal dann Brot gekauft, diesmal für das Frühstück am nächsten Tag. Die Mutter von Ghislain verkaufte dort Dolo… und richtig, das Bier musste nicht allein bleiben. Joe hatte dann mit Ghislain irgendwelche Dinge am PC zu speichern, deshalb bin ich zu Fuß zurück. Habe dann ausgiebig Mittagspause gemacht. 😉

Joe übrigens auch. Der tauchte erst wieder auf, als es schon dunkel war. Inzwischen hatte ich Wasser geholt, beim Training der Schüler für das erste Spiel des „Coups“ zugeschaut, Einheiten und Spaghetti gekauft, die letzteren gekocht und gegessen. Der Coup ist ein Wettkampf zwischen den verschiedenen Dörfern. Sien stellt zwei Mannschaften, eine von der weiterführenden Schule, eine aus dem Dorf. Im letzten Jahr fand dieser Wettkampf das erste Mal statt. Sophie Sow, die damals (bei Vereinsgründung) Botschafterin in Deutschland war, hat ihn ins Leben gerufen. Eine tolle Sache!!!

Ich kann leider nur das erste Spiel anschauen, das findet nämlich nun am Frauentag (Samstag) statt. Da spielt dann auch gleich die Mannschaft der Schüler gegen Nième. Ich bin gespannt. Das ist sozusagen eine Abschiedsvorstellung für mich. Danach packe ich Koffer und fahre nach Deutschland.

Abends habe ich dann noch zwei Dolo bei Fulgence getrunken, damit ich mit ihm nochmal über die 10 000 CFA sprechen konnte, die ich letztes Jahr als meinen „Hirse-Anteil“ abgegeben hatte. Es scheint da einen Menschen zu geben, der sich zuerst als „Einsammler“ aufgespielt hat, und nun das Geld und die Hirse nicht wieder rausgibt oder was weiß ich. Ich werde versuchen, ihn mal zu treffen, und nachzufragen.

Heute Morgen war ich nach dem Laufen schon bei Pierre, der nicht nur der Schmied des Dorfes ist, sondern auch Hühner züchtet. Da habe ich Fotos gemacht. Er hat ca. 50 ausgewachsene Hühner, 50 große Küken und nochmal fast 50 kleine Küken. Wobei es immer Hühner und Pentaten gibt. Pentaten sind so eine Art Perlhühner, die mehr Fleisch haben. Allerdings sind sie auch fast ein wenig Wildtiere. D.h., wenn man Eier von ihnen hat, schiebt man sie den Hühnern unter, damit diese die Küken großziehen, sonst sind die scheu und nicht zu greifen… 😉 Neben dem Futter, dass man kaufen muss, sind das Teuerste die Medikamente gegen Würmer und gegen verschiedene Krankheiten. Es gibt auch Impfungen, wo man jedes Huhn einzeln zu fassen bekommen muss, um es zu impfen. Auch nicht leicht!!! 😉

Nun werde ich gleich ein bisschen Hausarbeit machen, denn nachmittags geht es ja nach Pankele zu dem Freund von Roland (Bruder von Joe), der auch Hühner züchtet. Das ist sicherlich noch einmal wieder eine größere Hausnummer. Da kann ich dann vergleichen…

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Sapala

Nachdem ich nun die ganze Zeit vorher kaum ein Auto zu Gesicht bekommen habe (außer in Bobo), bin ich sowohl vorgestern als auch gestern mit einem Auto gefahren. Einmal mit dem Herrn als Bernard die Panne hatte und gestern dann mit Patrice, der auch zu der Begräbnisfeierlichkeit fuhr. Es gab zunächst eine Messe in der Dorfkirche in Sapala. Wir haben draußen unter einem Baum gesessen. Da konnte ich das erste Mal beobachten, wo die Kinder immer hinlaufen, die ich in Sien rausgehen sehe: Sie entfernen sich nicht sehr weit zum Pipi machen 😉 Manche direkt vor die Kirchentür oder an die Kirchenwand.

Danach saß man im Schatten in der Nähe des Hofes, und es gab zu essen. Große Schüsseln mit Reis, darauf etwas Kohl und einige Fleischstücke. Es essen immer drei oder vier Menschen aus einer Schüssel. Man wäscht sich natürlich vorher gut die Hände. Nach dem Essen gab es eisgekühltes Bier: Codys, importiert aus Deutschland. Die Marke kenne ich nur aus Burkina. Wahrscheinlich wird es direkt für den Export hergestellt. 5,4 % Allerdings 0,33 l Dosen. Drei Stück davon und das Leben ist gut. 😉

Ich habe mich nett unterhalten. Da war der Chauffeur von Patrice, zu Ehren dessen Vater (und nun ja auch Mutter) die Feierlichkeit stattfand. Er hat einen Bruder, der Autos in Lomé (Togo) für Menschen in Burkina Faso kauft. Wenn ich also ein Auto will, sage ich ihm ungefähr, wie es sein soll. Er fährt da runter, sucht, macht ein Foto und wenn ich es in Ordnung finde, kauft er es mit meinem Geld. Da gehört natürlich viel Vertrauen dazu. Vertrauen zu ihm als Person und zu seinem Sachverstand im Hinblick auf Autos. Er kennt die verschiedenen Marken und weiß, welche sich gut an die Verhältnisse hier in der Hitze anpassen lassen.

Diese unglückliche Sache mit der Mutter war so, dass die Ärzte gesagt haben, sie wäre so krank, dass sie nicht transportfähig sei. Doch sie wollte unbedingt, unbedingt bei der Feierlichkeit für ihren Mann dabei sein und hat nicht lockergelassen. Schließlich haben die Kinder (Chauffeur von Patrice und Brüder) nachgegeben und sie mit dem Auto mitgenommen. Sie hat die Reise dann leider nicht überlebt.

Abends, nachdem die Masken getanzt hatten, und wir unseren Flüssigkeitsbedarf noch mit Dolo gedeckt hatten (Dabei haben wir uns für Dienstag in Pankele mit einem Freund von Joe verabredet, der Hühner züchtet. Das müsse ich mir unbedingt ansehen, und es sei ja auch Markt in Pankele), sind wir mit dem Moto nach Hause gefahren, zusammen mit einem großen, wirklich riesigen Korb, den ich allerdings gleich für Claire (Frau von Joe) gekauft habe, damit sie nach dem Abwaschen ihre Teller, Schüsseln etc. dort hinein stapeln kann.

Bei Ghislain am Kiosk die nächste Überraschung: Das Brot war alle. Da bin ich nun heute morgen nach meiner Jogging-Runde dort vorbeigelaufen und habe mir ein richtig frisches geholt. Das kann man inhalieren. Lecker!

Nun muss ich gleich nach Toma fahren, da die Einheiten für mein Handy, die ich vorgestern dort gekauft habe, nicht funktionieren. Ich habe die Nummer vorschriftsmäßig eingegeben, und dann kommt immer, die Karte ist abgelaufen. Das muss ich nun mal klären (und sonst neue Einheiten kaufen). Außerdem will ich noch einmal bei Mathias vorbeifahren, denn lange bin ich ja nicht mehr hier…

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Zeit auf afrikanisch !!!

Also, wenn ich heute morgen geschrieben habe: Das Gleiche wie gestern… vergesst es. Jede Begräbnisfeierlichkeit ist wieder anders. Joe hat mich gegen zehn oder so abgeholt, aber NICHT für die Messe in Toma, sondern für die Revision des Motos 😉 Da haben wir dann also gefühlte Stunden gesessen, während der Mechaniker Ölwechsel usw. gemacht hat. Man wartet hier so lange. Danach haben wir noch getankt, Mayonnaise gekauft und dann das Haus vom Katechisten gesucht. Der sollte nämlich die Feierlichkeit ausrichten. Irgendjemand in der Familie seiner Frau war verstorben.

Zum Glück haben wir andere aus Sien getroffen, denn das Haus war nicht sooo einfach zu finden. Alle anderen hatten da wohl auch ihre Schwierigkeiten, denn es wurde später und später, es trudelten immer noch Menschen ein, doch das Essen ließ auf sich warten. Zum Glück hatte Bernard Erdnüsse dabei, die wir zwischendurch knabbern konnten. Dann – mit ein wenig Druck der Männer – gab es Essen, doch leider war es inzwischen auch schon nach drei. Um Vier sollte das Spiel de r Mädels anfangen.

Als wir mit essen fertig waren, war es Viertel nacht Vier. Und niemand machte Anstalten zu gehen. Miste!!! Joe hatte sowieso von seinem Bruder Patrice noch einen Auftrag bekommen, der musste also in Toma bleiben. 😦 Doch ich hatte Glück. Bernard, der neben mir saß, fiel plötzlich ein, dass er vergessen hatte, seine Küken zu füttern. Es stellte sich heraus, dass seine Frau, die auch da war (auf der anderen Stelle), nicht daran gedacht hatte. Er musste also SOFORT nach Hause, um das zu erledigen. Prompt habe ich mich eingeklinkt, Joe informiert und bin mitgefahren. Tolles, großes Moto. Leider blieb es auf der halben Strecke stehen.

Das war Bernard sehr peinlich. Es war angeblich was mit den Zündkerzen. Er hat hin und her gewechselt, doch es klappte nicht. Dann hat er das eine Auto angehalten, das dort vorbeikam. Der Mann kam auch von „unserer“ Begräbnisfeierlichkeit. Seine Frau war die kleine Schwester der Frau des Katechisten oder so ähnlich. Nun wollte er schnell in sein Heimatdorf Saouwa (oder wie auch immer) fahren. Er war bereit mich mitzunehmen. Als ich in Sien ankam, nach einem netten Gespräch, denn der Mann war schon in Berlin gewesen. 😉 – kam Bernard dann auch gerade an. In Ruhe, ohne die „Nasara“ hatte er sein Zündkerzen-Problem rasch lösen können. Er hat mich dann beim Fußballplatz abgesetzt – und, der afrikanischen Pünktlichkeit sei Dank, ich war Viertel nach fünf da und habe noch viel von der zweiten Halbzeit mitbekommen. Eigentlich hätte das Spiel vorbei sein müssen 🙂 Der Direktor der Schule hat mich dann nach Haus gefahren.

Ich schreibe diesen Bericht jetzt schon, da nun morgen wiederum eine Begräbnisfeierlichkeit in Zapala sein soll, die wohl wieder anders und wichtiger ist, denn Joe holt mich schon um SIEBEN Uhr morgens ab. Da kann ich nicht einmal mehr laufen. Zapala ist noch hinter Kera. Der Weg ist total schlecht, da werden abends wieder Speichen gebrochen sein. Dort ist es der Chauffeur von Patrice, der die Feierlichkeit abhalten soll. Viele seiner Angehörigen sind schon vorgestern oder gestern angereist, u. a. eine alte kranke Frau, die prompt auf der Fahrt verstorben ist. Da mussten sie also auch noch eine Beerdigung dazwischenschieben. Nach allgemeiner Meinung hätte sie eben einfach auch nicht reisen dürfen. Naja, mal sehen, wie das dann wird.

Danach beginnt dann schon die letzte Woche mit den üblichen Verabschiedungs-Sachen und Dingen, die noch zu regeln sind…

Ach, in der Aufregung habe ich fast vergessen: die siebte hat gut gespielt. Die Kleinen sind tapfer gelaufen, während die Großen ziemlich kaputt waren. Allerdings hat die Zehnte doch 2:0 gewonnen. Die haben einfach mehr „Krawum“ beim Schießen.

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Begräbnisfeier-Dauerstress

Heute das Gleiche wie gestern, nur diesmal nicht Begräbnisfeierlichkeit in Zouma sondern in Toma. Damit kann man die Menschen ja auch beschäftigen. 😉

Gestern kam Joe übrigens halb elf, wobei der Gottesdienst um zehn anfing. Wir sind gemütlich nach Zouma und haben noch lange genug vor der Kirche gestanden (drinnen war wohl voll und heiß). Also alles okay. Dann bin ich – wie meistens – mit den Männern mitgegangen. Die Frauen sitzen irgendwo anders, und da sie leider in der Regel GAR kein Französisch sprechen, bin ich als „Paradiesvogel“ immer zwischen den Männern. Man grüßte in den verschiedenen Höfen und aß dann bei einem Verwandten. Dann ging man wieder herum und grüßte… und saß wieder bei dem Verwandten und trank Dolo. Dann, so gegen drei, als alle schon fast eingeschlafen waren, war es plötzlich und unerwartet zu Ende.

Wir sind dann noch in Zouma über den Markt, und ich habe ein T-Shirt für den 8.März gekauft. Das ist der Tag der Frauen, und eigentlich kauft man sich Stoff (auf dem das Datum drauf ist und ein Muster) und lässt sich was nähen. Ich mochte aber weder den Stoff leiden, noch habe ich Verwendung für ein weiteres burkinisches Gewand. Da fand ich diese Lösung ganz praktisch. Das T-Shirt hat auch das Datum und ein wenig von dem Muster. Das reicht für mich. 😉

Außerdem gab es an jeder Ecke noch wieder Dolo zu trinken. Das Ende vom Lied war, dass wir uns genötigt sahen, auf dem Markt noch Fleisch zu essen, damit das Dolo eine Grundlage hat. Dann habe ich erneut zugeschlagen und diesmal Kalebassen gekauft. Es scheint der Besuch der Schüsseln zu sein. Meine Koffer werden platzen. Auf dem Rückweg habe ich noch bei Ghislain Brot gekauft, und dort noch einmal mit dem Direktor über das Spiel der Mädchen gestern geredet. Man konnte noch kein Gespräch mit den Mannschaftsführerinnen und dem Schiedsrichter führen: Man den Schiedsrichter nach Hause geschickt hatte, weil er sein Schulgeld nicht bezahlt hatte. 😦

Heute Nachmittag ist nun das Endspiel der Mädchen, die siebte gegen die zehnte. Alle Welt ist „für die Siebte“. Das typische Underdog Ding… Ich gucke es mir auf jeden Fall an.

Dann noch eine Sache in Schwierigkeiten der Selbstverwaltung. Im letzten Jahr hatte ADESI (Selbstverwaltung) beschlossen, zwei Tin (einen halben Sack, glaube ich) Hirse von jeder Familie einzusammeln. Die Ernte war gut gewesen, und man wollte damit einen Fond gründen für die Instandhaltung der Pumpen und Erneuerung des Impfgeheges. Ich habe damals, weil ich ja nun in dem Sow-Viertel wohnte, meinen Beitrag in Geld bezahlt, und da ich es eine gute Sache fand, auch etwas mehr gegeben. Bis heute ist das Einsammeln der Hirse noch nicht erfolgreich gewesen.

Es schleppt sich… Die Zuständigkeiten waren wohl von Anfang an nicht so klar. Ich hatte damals mit Fulgence geredet, dem zweiten Vorsitzenden von ADESI und meine 10 000 CFA dann auch an Guillaume in seinem Beisein überreicht. Das war angeblich der Zuständige. Er hat das Geld dann an Marcelin Ki weitergegeben, der sich damals wohl als „noch zuständiger“ empfand. Nun war heute Sébastienne bei mir und hat mir erzählt, dass ER der Chef des Sow-Viertels sei. Also hätte ich wohl bei ihm bezahlen sollen?!? Aber er wusste von dem Geld, denn Fulgence war ja dabei. Naja, sie werden es schon wiederfinden.

Guillaume behauptet dann auch, dass die Hirse des Sow-Viertels bei ihm sei, doch wie gesagt, nun behauptet Sébastienne, dass er sie habe. Ich hatte – mit Joes Unterstützung – darauf gedrungen, dass, wie es vereinbart worden ist, die Hirse in dem ehemaligen Klassenraum der 11.Klasse bei der Kirche gelagert werden solle. Ich wolle dort – noch vor meiner Abreise – ein Foto machen. Nun kommt allmählich etwas Bewegung in diese Hirse-Sache. In den anderen Vierteln sieht es ähnlich aus. Aber, wenn es denn nützt, will ich gern die Antreiberin sein, damit das Projekt voranschreitet. Inzwischen wird ja schon die Hirse der nächsten Ernte knapp. Das war nicht der Plan. Aber Veränderung will Weile haben, und hier in Afrika ticken die Uhren dann noch einmal langsamer.
Ich weiß nicht, ob dass für Außenstehende klar geworden ist, aber vielleicht wirkt es auf euch genauso durcheinander, wie es auf mich wirkt – und auf die Menschen hier anscheinend auch…

Es ist relativ kühl. Fulgence begrüßte mich heute Morgen im Wintermantel. Das macht sicherlich der Staub, der in der Luft liegt. Der kommt aus der Sahel-Zone/Sahara. Jemand hat mir heute Morgen „neblige Grüße“ aus Deutschland geschickt. Die kann ich zurückgeben. Genauso sieht es hier nun auch aus.
Diesig! Dementsprechend ein wenig frisch. Heute Nacht hatte ich den Ventilator nicht an, ich habe sogar im Morgengrauen nach meinem Bettbezug gegriffen und mich zugedeckt. Das ist die letzten Wochen nicht mehr passiert. Wenn es weiter so frisch bleibt, reise ich zurück nach Deutschland 😉 !!!

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Mädchen-Fußball

Heute ganz schnell, denn gleich kommt Joe und holt mich ab… Ja, zur Messe wegen einer Begräbnisfeierlichkeit. 😉

Es ist diesig draußen. Das kommt allerdings nicht vom Dunst=Feuchtigkeit, sondern vom Staub. Schon in den letzten Tagen war immer mal wieder ganz viel Wind. Da ist dann auch viel Staub in der Luft.

Gestern fand überraschenderweise ein Fußballspiel der Mädchen der weiterführenden Schule statt. Es ging um den dritten und vierten Platz. Leider kam ich erst in der Halbzeit dazu. Dennoch war ich von dem Mut der Mädchen angetan. Denn natürlich haben sie ziemlich „stümperhaft“ gespielt in den Augen der Männer, die nicht müde wurden zu lachen… Das ist echt eine tolle Idee von dem neuen Schulleiter, die Mädchen auch spielen zu lassen. Das gab es wohl noch nie. Ich hatte schon überlegt, ob ich in Anerkennung und zum Ermutigen etwas Geld als Preis spenden solle, da kam leider das Ende des Spiels. 😦

Ein Schüler der zehnten Klasse war Schiedsrichter und hatte – angeblich mit Einverständnis bzw. auf Wunsch der Mannschaftsführerinnen – die Spielzeit der zweiten Halbzeit von 25 Minuten auf 30 Minuten erhöht. Es kam, wie es kommen musste, in dieser Zeit schossen die „Kleinen“ (achte Klasse) das Ausgleichstor gegen die Neunte. Das gab ein Riesen-Bahay, große Aufregung und Gezeter ohne Ende… Da waren die Mädels echt nicht cool. Die Mannschaft der Neunten weigerte sich schlicht und ergreifend, ein Elfmeter-Schießen mitzumachen. Man ging im Streit auseinander. Der Direktor hat dann für heute Morgen ein Treffen mit den beiden Mannschaftsführerinnen und dem Schiedsrichter anberaumt, um die Sache zu klären. Schade!! Blödes Ende!!

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